Ob sich eine Investition rechnet, weiß man erst in der Zukunft. Das ist unbefriedigend aber anders nicht darstellbar. Damit man aber bereits
in der Gegenwart diese Investition abschätzen kann, zinst man die möglichen Gewinne auf den heutigen Tag zurück.
Alternativ zur Investition könnte die Investitionssumme auch angelegt werden. Dann bringt dieses Geld Zinsen und - das ist entscheidend -
auch Zinseszinsen. Die Höhe der Zinseinnahmen ist also vom Zinsfuß und der Laufzeit abhängig.
Es ist aber nun nicht möglich, die möglichen Einnahmen der Investition nur zusammen zu addieren und diese mit den Zinseinnahmen zu
vergleichen. Für einen Vergleich benötigt man einen gemeinsamen Nenner. Dieser gemeinsame Nenner liegt heute.
Wir ziehen die Zinsen und Zinseszinsen aus dem jeweiligen Rückfluss der Investition heraus. Damit erhalten wir den Barwert. Der Barwert ist
der Betrag, den wir heute anlegen müssten um mit den Zinsen im jeweiligen Jahr auf den dargestellten Rückfluss zu kommen. Wenn man nun
die Barwerte addiert erhält man die Summe der Rückflüsse aus heutiger Sicht. Und dieser Betrag ist dann mit der Investitionssumme
vergleichbar. Dabei muss die Summe der Barwerte höher als die Investitionssumme sein.
Angenommen, Sie investieren 1 Mio Euro und die Summe der Barwerte beträgt 1,1 Mio Euro, dann haben Sie durch die Investition 100.000
Euro mehr erwirtschaftet, als wenn Sie das Geld unter den gegebenen Konditionen angelegt hätten. Wenn die Summe der Barwerte unter 1
Mio Euro wären, dann wäre die Geldanlage mit Zinsen besser gewesen.
Das Problem dieser Methode ist die Bestimmung der Rückflüsse. Es ist sehr problematisch, bereits heute den Kapitalrückfluss in 5 oder
mehr Jahren zu bestimmen. Auch die Verwendung des Kalkulationszins kann falsch sein, da hier keine Zinsveränderungen berücksichtigt
werden. Aber irgendwas ist halt immer.