1. Fall:
Welche Preispolitik würden Sie empfehlen? Sie erhalten ein paar 'Fallbeispiele'. Entscheiden Sie, welche Preispolitik sinnvoll wäre. Klicken
Sie auf das entsprechende Feld. Sie werden dann erfahren, wie wir die Sache betrachten.
Die Firma Schnabel GmbH produziert Watte. Der Markt ist sehr stark umkämpft. In der Qualität gibt es nur geringfügige Unterschiede. Das
Vormaterial bezieht die Schnabel GmbH teilweise bei den gleichen Lieferanten wie deren Wettbewerber. Besonders der Markteintritt der
asiatischen Hersteller hat zu erheblichen Preiskämpfen geführt.
Welche Preisstrategie sollte die Schnabel GmbH wählen?
Eine Hochpreispolitik würde hier mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit scheitern.
Das Produkt weist kaum Unterschiede zum Wettbewerb auf.
Das Unternehmen hat keinen besonderen USP, der einen höheren Preis rechtfertigt.
Das Produkt selbst ist kein Luxus- oder Prestigeprodukt.
Der Wettbewerb ist definitiv zu groß und die Marktpreise zu niedrig.
Eine Niedrigpreispolitik wäre möglich und ist wahrscheinlich unausweichlich.
Das Produkt weist kaum Unterschiede zum Wettbewerb auf.
Das Unternehmen hat keinen besonderen USP, der einen höheren Preis rechtfertigt.
Das Produkt selbst ist kein Luxus- oder Prestigeprodukt.
Der Wettbewerb ist definitiv zu groß und die Marktpreise sind zu niedrig.
Eine Skimmingpolitik ist hier vollkommen ungeeignet.
Für die Anwendung der Skimmingpolitik muss die Nachfrage deutlich größer als das Angebot sein. Das ist hier mit Sicherheit nicht der
Fall.
In der Regel funktioniert die Skimmingpolitik nur bei technischen Neuerungen, die auf eine große Nachfrage stoßen. Aber auch bei
einigen Lebensmittel kann eine Skimmingstrategie mitunter beobachtet werden. So ist der erste und damit seltene Spargel zunächst
sehr teuer. Die Preise fallen dann mit steigendem Angebot.
Die Penetrationsstrategie ist hier wahrscheinlich ungeeignet.
Die Penetrationsstrategie wird angewandt, wenn ein neuer Marktteilnehmer auf einem gesättigten Markt Fuß fassen will. Die Schnabel
GmbH ist aber bereits seit langem auf dem Markt und andere Marktteilnehmer kommen mit niedrigen Preisen. Es ist fraglich, ob es der
Schnabel GmbH gelingen wird, diese neuen niedrigen Preise weiter zu unterbieten, um die neuen Anbieter aus dem Markt zu drängen.
Eine Penetrationsstrategie ist sehr teuer, da Unternehmen, die diese Strategie anwenden, nicht nur auf den Gewinn sondern zum Teil
auch auf die Deckungsbeiträge verzichten. Das hält nicht jeder durch.
Eine Preisstrategie im mittleren Bereich ist denkbar
Mit dem Preis kann die Schnabel GmbH noch Qualität suggerieren. Eventuell sind auch Kunden bereit für Produkte 'Made in Germany'
geringfügig höhere Preise zu zahlen. Allerdings muss das restliche Marketing sehr gut und konsequent aufgebaut werden, sodass der
Preis im mittleren Segment auch berechtigt erscheint.
Eine Preisdifferenzierung ist hier wohl eher ungeeignet.
Natürlich kann es sein, dass die Kunden der Schnabel GmbH nach ihrem Abnehmerstatus (z.B. ABC-Kunde) oder auch nach der
geographischen Lager leicht unterschiedliche Preise erhalten, doch wird dies wohl eher ein Ausnahmefall sein. Die 'klassische'
Preisdifferenzierung, die als Politik zu betrachten wäre, ist bei diesem Massenprodukt auf einem Niedrigsektor kaum überzeugend
durchführbar. In der Klausur würde es für diesen Vorschlag vielleicht noch Teilpunkte geben.
Es ist wohl eine wettbewerbsorientierte Preisfestsetzung.
Da der Markt so stark umkämpft ist, werden sich die Marktteilnehmer an den Preisen ihrer Wettbewerber orientieren. Damit wird
allerdings dann die Niedrigpreisstrategie gewählt, die die eigentliche Antwort gewesen wäre.
Die nachfrageorientierte Preisfestsetzung ist hier wohl nicht möglich.
Bei dieser Preisfestsetzung wird mittels intensiver Marktforschung der Preis gesucht, bei dem der Kunde genau das verfügbare
Angebot kaufen würde. Dies wäre der Marktgleichgewichtspreis. Allerdings ist diese Ermittlung extrem aufwändig, teuer und letztendlich
immer noch ungenau. Kundenmeinungen verändern sich und das Angebot der Marktteilnehmer ebenso. Daher würde diese
Preisfestsetzung sehr viel Kosten verursachen aber keine neuen Erkenntnisse liefern.