Lesen Sie zunächst die Situation durch und entscheiden Sie sich dann für eine Lagerorganisationsform. Es sind theoretisch immer mehrere
Formen möglich, doch nach der Fragestellung kann nur eine Organisationsform wirklich (hauptsächlich) gemeint sein. Daher versuchen Sie, Ihre
Auswahl für sich zu begründen.
"Die Firma MediPlast GmbH handelt mit Kunststoffartikel für die Medizintechnik. Zu den wichtigsten Kunden gehören die Krankenhäuser.
MediPlast GmbH ist in Süddeutschland sehr gut aufgestellt. Die Zentrale ist in Nürnberg, die Kunden sind im Umkreis von ca. 400 km zu finden.
Die Außendienstler haben alle ein HomeOffice und besuchen die Kunden von zu Hause aus. In letzter Zeit haben immer mehr Kunden gefordert,
dass der Außendienstler dringend benötigte Ware direkt mitbringen soll. Damit würde man den Versandweg sparen. Die Außendienstler haben
diese Idee als gut aufgegriffen, da sie über diesen Weg die Gelegenheit bekommen, leichter einen Termin zu vereinbaren."
Sie sollen nun das Lager neu organisieren. Bisher sind alle Sendungen vom Zentrallager in Nürnberg versandt worden. Machen Sie einen
begründeten Vorschlag, wie Sie das Lager in Zukunft organisieren werden.
FIFO = First In First Out
Diese Organisationsform betrifft in erster Linie die Kommissionierung. Unabhängig der Lagerorganisation sollte nach Möglichkeit jeder
Mitarbeiter dieses Form wählen. Als Antwort für die Situation ist sie aber ungeeignet.
LIFO = Last In First Out.
Hierbei handelt es sich um eine Form der Ein- und Auslagerung. Man wählt diese Form, um den Einlagerungsprozess zu beschleunigen.
Als Antwort für das gestellte Problem, ist LIFO allerdings ungeeignet und daher nicht richtig.
Ein Eigenlager existiert bereits
Wir können angesichts der Ausgangssituation davon ausgehen, dass die Firma MediPlast bereits ein Eigenlager hat. Die Frage ist
eher, wie die Außendienstler an die Ware kommen. Es ist schon lästig, mehrere hundert Kilometer zu fahren, um ein paar Kleinteile in
Empfang zu nehmen. Für diese Antwort bekämen Sie in der Prüfung keinen Punkt.
Ein Fremdlager wäre denkbar, aber ...
In einem Fremdlager kann der Außendienstler theoretische die Ware einlagern. Nicht jeder wird einen entsprechenden Kellerraum zur
Verfügung haben oder stellen wollen. Daher ist das Fremdlager schon ein bisschen richtig. Teilpunkte kann man für diese Antwort
geben, aber das liegt im Auge des Korrektors. Sie finden bestimmt noch eine bessere Lösung.
Ein Zentrallager existiert bereits
Laut Aufgabenstellung betreibt das Unternehmen bereits ein Zentrallager. Natürlich könnten Sie das Zentrallager weiterhin betreiben,
aber angesichts der Entfernungen zum Lager, die die Außendienstmitarbeiter zurück legen müssten (bis zu 400 km), ist es wohl eher
eine ungünstige Lösung. Auch für die Klausur. Hierfür gäbe es keinen Punkt.
Es wäre wohl am Besten, dezentrale Lager einzurichten.
Sobald ein Unternehmen mehr als ein Lager betreibt, in dem die gleiche Ware liegt, reden wir von einem dezentralen Lager. Ein solches
Lager kann im Keller des Privathauses des Außendienstler sein. Man sollte gut überlegen, welche Ware dort eingelagert werden sollte.
Es sollten Artikel sein, die stets vom Kunden benötigt werden, die eher ein geringes Volumen aufweisen und wertmäßig auch nicht aus
der Reihe tanzen. Der Außendienstler soll ja lediglich schnell benötigte Kleinteile mitbringen und keinen kompletten OP-Saal.
Das Festplatzlager wäre möglich, aber das ist von der Aufgabe unabhängig.
Beim Festplatzlager steht die Ware immer am gleichen Platz. Das hat den Nachteil, dass bei fehlender Ware der Lagerplatz leer bleibt.
Aber das hat nichts damit zu tun, dass der Außendienstler schnell vom Kunden benötigte Ware aus dem Lager holt. Er findet sie leichter,
mehr nicht. Als Antwort auf dieses Problemstellung wäre diese Antwort daher falsch.
Das Freiplatzlager würde nur Probleme bereiten.
Beim Freiplatzlager kann mehr Ware auf gleichen Raum eingelagert werden. Es wird auch chaotisches Lager genannt. Doch für diesen
Fall würde das Freiplatzlager nur Probleme bereiten. Der Außendienstler sollte schnell an die Ware kommen und dies wäre im
Freiplatzlager nur mit Hilfe von Aufzeichnungen (z.B. EDV) möglich. Da es ohnehin nur ein Teil des Sortimentes ist, was der
Außendienstler für seine Besuche benötigt, so kann man die auch anders lagern. Für diese Antwort gäbe es keinen Punkt.